Wandern am Zirbitzkogel: Ein Berg, viele Wege

Am Morgen vor der Tonnerhütte sieht man manchmal schon, wer heute etwas vorhat. Da werden Wanderschuhe noch einmal fester geschnürt, Wasserflaschen im Rucksack verstaut und ein Blick hinauf zum Zirbitzkogel geworfen. Ein paar Meter weiter ist eine Familie noch gar nicht richtig losgegangen. Die Kinder stehen am Zaun und erfreuen sich an den Eseln, die gemächlich auf der Weide grasen. Und dann gibt es jene, die ohne große Eile aufbrechen. Die zwar einen Weg im Kopf haben, aber keinen Zeitpunkt, zu dem sie dort sein müssen.

Vielleicht ist das eine der schönen Seiten am Wandern rund um den Zirbitzkogel: Du musst nicht auf dieselbe Art unterwegs sein wie die anderen.

Von Mühlen im Tal führen die Wege durch ganz unterschiedliche Landschaften hinauf in die Almregion. Aber nicht jeder Weg muss gleich bergauf gehen. Unten kannst du beinahe eben unterwegs sein, am Badesee eine Runde drehen, dem Wasser beim Marienwasserfall zuhören oder gemeinsam mit Kindern dem Wandermärchen „Hans im Glück“ folgen. Etwas außerhalb liegt das Hörfeld-Moor, ein besonderer Feuchtlebensraum an der steirisch-kärntnerischen Grenze. Hier wird der Blick automatisch kleiner. Er wandert nicht zum nächsten Gipfel, sondern zu Wasserflächen, Gräsern, Schmetterlingen und Vögeln.

 

Manche möchten bis zu seinem Gipfelkreuz auf 2.396 Metern. Andere möchten viele Stunden gehen und sehen, wohin der nächste Rücken führt. Familien entdecken unterwegs Dinge, an denen Erwachsene längst vorbeigegangen wären. Und manchmal genügt eine kleine Runde, eine Bank in der Sonne und dieser Blick hinunter ins Tal.

Was davon ist die richtige Wanderung?

Vielleicht stellt sich diese Frage hier gar nicht.

Denn ein Berg gibt nicht vor, wie weit du gehen musst.

Vom Wanderdorf Mühlen hinauf auf die Alm

Mühlen liegt dort, wo sich Wege noch anders anfühlen als weiter oben. Wiesen begleiten dich, Wasser taucht immer wieder auf, kleine Straßen und Spazierwege verbinden Dorf, Wald und Kulturlandschaft. Gerade wenn du keine vielen Höhenmeter suchst, kannst du hier lange unterwegs sein, ohne dass aus jedem Schritt gleich ein sportliches Vorhaben wird.

Das Hörfeld-Moor ist dafür ein besonderer Ort. Seine Geschichte reicht weit zurück, bis in die Zeit nach den großen Vergletscherungen. Heute ist es ein geschützter Lebensraum mit einer außergewöhnlichen Vielfalt an Pflanzen, Vögeln, Schmetterlingen und anderen Tieren. Wer dort unterwegs ist, hört andere Geräusche als oben am Berg. Kein Wind, der über einen freien Rücken zieht, sondern Wasser, raschelnde Halme, Vogelstimmen und manchmal einfach sehr wenig.

 

Mit Kindern darf Wandern etwas anderes bedeuten.

Beim Wandermärchen „Hans im Glück“ wird der Weg selbst zur Geschichte. Gestartet wird bei der alten Bauernmühle, kleine Stationen begleiten die Wanderung und machen aus dem Weitergehen ein Entdecken. Kilometer verlieren dabei schnell ihre Bedeutung.

Vielleicht beginnt genau hier das Wandern, das wir mögen: nicht beim Gedanken daran, wie weit es noch ist, sondern bei dem, was gerade am Weg liegt.

Je höher du gehst, desto weiter wird der Blick

Von Mühlen zieht sich die Landschaft hinauf nach Jakobsberg und weiter bis zur Tonnerhütte auf 1.600 Metern. Die Wiesen werden weiter, die Wälder verändern sich und der Zirbitzkogel rückt näher.

Hier oben beginnt vieles direkt vor der Haustür.

Eine kleine Runde über die Alm. Eine Wanderung zur Herterhöhe. Ein langer Tag Richtung Gipfel. Oder ein Weg, der später in einen anderen übergeht und noch weiterführt.

Genau deshalb verstehen wir das AlmDorf nicht nur als Platz zum Übernachten, sondern als Ausgangspunkt für einen Wanderurlaub am Zirbitzkogel. Wanderkarten liegen bereit, wir helfen bei der Tourenwahl, und das Wegenetz beginnt unmittelbar beim Haus. Als ausgezeichnetem Betrieb mit Österreichischem und Europäischem Wandergütesiegel gehört diese Begleitung für uns dazu.

Aber auf dem Berg fühlt sich das alles viel einfacher an.

Du ziehst die Schuhe an und gehst los.

Schon wenige Schritte später riecht der Wald nach feuchter Erde, Harz und Zirbe. An warmen Tagen summt es in den Wiesen. Später im Jahr liegen Schwammerl zwischen Moos und Wurzeln, Schwarzbeeren färben die Finger dunkel und Grantn leuchten zwischen niedrigen Sträuchern. Manchmal hört man im Wald einen Hirsch, lange bevor man ihn sehen könnte.

Und dann gibt es diese Tage, an denen die Luft so klar wird, dass die Berge am Horizont zum Angreifen nah erscheinen.

Dieselbe Landschaft sieht nie ganz gleich aus.

Vielleicht liegt darin ein Teil ihrer Anziehung.

Wandern durch Zirbenwald, Almrausch und stille Höhen

Die Wälder rund um den Zirbitzkogel gehören zu den Landschaften, die man nicht nur sieht.

Man riecht sie.

Besonders die Zirbe begleitet viele Wege in den höheren Lagen. Zwischen ihr stehen Lärchen, auf den offenen Flächen wachsen Zwergsträucher, Schwarzbeeren und Preiselbeeren. Wo im Frühsommer der Almrausch blüht, ziehen später Tiere über die Weiden. Noch höher werden die Bäume weniger, bis schließlich nur noch niedrige Vegetation, Steine, Wind und Himmel bleiben.

Der Naturpark Zirbitzkogel-Grebenzen ist von genau diesen Übergängen geprägt: von Mooren und Feuchtflächen unten bis zu Zirben-Lärchen-Wäldern, Almweiden und alpinen Rasen weiter oben.

Vielleicht ist Wandern auch deshalb hier so abwechslungsreich.

Du wechselst nicht nur die Höhe.

Du gehst durch verschiedene Lebensräume.

Und jeder fühlt sich ein wenig anders an.

Für Gipfelstürmer Hinauf auf den Zirbitzkogel

Irgendwann endet der Wald.

Die letzten Zirben bleiben hinter dir, der Wind kommt ungebremster über den Hang und vor dir liegt der Weg hinauf zum Zirbitzkogel.

Von der Tonnerhütte führt die klassische Tour auf den 2.396 Meter hohen Gipfel der Seetaler Alpen. Mehr als 800 Höhenmeter liegen zwischen Ausgangspunkt und Gipfel – genug für einen richtigen Bergtag, aber nahe genug, dass du morgens direkt vor der Hüttentür starten kannst.

Mit jedem Höhenmeter verändert sich der Blick.

Unten liegen die Wälder, dazwischen die Almflächen und irgendwann Mühlen klein im Tal. Oben öffnet sich die Landschaft weit über den Naturpark hinaus.

Doch Zahlen erzählen nur einen Teil dieser Wanderung.

Sie sagen nichts darüber, wie kühl der Wind an einer schattigen Stelle plötzlich sein kann. Wie warm ein sonnenbeschienener Stein unter der Hand ist. Wie still eine Gruppe Wanderer manchmal wird, wenn sich vor ihr die Fernsicht öffnet.

Oder wie lange man vor einem Ausblick stehen bleibt, obwohl man eigentlich weitergehen wollte.

Vielleicht liegt darin der Reiz eines Gipfels: dass irgendwann nichts mehr den Blick verstellt.

Für Weitwanderer: wenn der nächste Weg schon ruft

Manche Menschen kommen oben oder an einer Wegkreuzung an und denken nicht ans Zurückgehen.

Sie schauen auf den nächsten Rücken.

Dann auf den Weg dahinter.

Der Naturpark Zirbitzkogel-Grebenzen ist von einem weit verzweigten Wegenetz durchzogen. Almen, Wälder, Orte und Hütten lassen sich miteinander verbinden. Nicht nur die Grosse Zirbitzkogel Runde, die Südroute vom Gletscher zum Wein, auch die Via Natura führt durch diese Landschaft und macht aus einzelnen Wanderwegen eine längere Reise durch den Naturpark.

Beim Weitwandern verliert der einzelne Gipfel ein wenig von seiner Bedeutung. Dafür bekommt der Weg einen anderen Rhythmus.

Wald. Alm. Bach. Ein Dorf. Wieder bergauf. Eine Hütte. Ein langer Rücken.

Man riecht am Nachmittag anders als am Morgen. Der Rucksack sitzt irgendwann wie selbstverständlich. Eine Bank wird plötzlich zu einem besonders guten Platz, obwohl an ihr eigentlich nichts Besonderes ist.

Und irgendwann zählt nicht mehr, was du heute noch erreichen möchtest.

Du gehst einfach weiter.

Für Familien: Wenn der Weg selbst genug ist

Kinder haben ihre eigene Art zu wandern.

Sie bleiben stehen, wo Erwachsene weitergehen.

Bei den Eseln vor der Tonnerhütte zum Beispiel. Bei einem Bach. Bei einem Stein, der unbedingt umgedreht werden muss. Oder bei einer Zirbe, deren Wurzeln einen erstaunlich guten Platz zum Sitzen ergeben. Zurück bei der Tonnerhütte ist das Highlight dann ein Besuch im „Kuglwoid“.

Genau deshalb versuchen wir auch bei unseren AlmErlebnissen nicht, aus jeder Stunde ein Programm zu machen. Die Natur bringt genug mit.

Wer mit Kindern rund um die Tonnerhütte unterwegs ist, kann eine kurze Panoramarunde wählen und jederzeit wieder zurückkehren oder sich gar von Eseln oder Ziegen auf einen Spaziergang begleiten lassen. Im Tal warten andere Wege, das Wandermärchen, Wasser und das Hörfeld-Moor.

So darf sich ein Wandertag verändern.

Vielleicht war morgens noch der Gipfel geplant und nach dem Frühstück wird daraus eine kleine Runde.

Vielleicht passiert auch das Gegenteil.

Für Genusswanderer: immer wieder mal ins Tal schauen!

Ein Picknickplatz auf der Alm kann dann genauso Ziel eines Wandertages sein wie ein Gipfelkreuz. Manche unserer AlmErlebnisse passen genau zu dieser Art, draußen zu sein: ohne viel Drumherum, näher an Wald, Wasser, Tieren und den kleinen Dingen entlang des Weges.

Und nach einem langen Bergtag darf die Bewegung irgendwann enden.

Die Wanderschuhe stehen vor der Tür, die Beine spüren die Höhenmeter noch ein wenig. Vielleicht geht es später in die Zirben-Panoramasauna oder ins warme Wasser unserer AlmWellness Anlage. Vielleicht sitzt du aber einfach draußen und schaust noch einmal dorthin, wo du heute unterwegs warst.

Auch das gehört zum Wandern.

Zwischen Tal & Gipfel

Zwischen dem Hörfeld-Moor tief unten und dem Gipfel des Zirbitzkogels liegen beinahe 1.500 Höhenmeter.

Dazwischen verändert sich fast alles.

Die Pflanzen. Die Luft. Der Boden unter den Schuhen. Die Geräusche. Der Blick.

Und vielleicht ist genau das die Besonderheit des Wanderns rund um Mühlen und den Zirbitzkogel: Es gibt keinen Weg, den alle gehen müssen.

Du kannst weit gehen oder hoch.

Du kannst mit Kindern unterwegs sein und nach einer Stunde feststellen, dass ihr heute kaum Kilometer gesammelt, dafür aber jeden Stein begrüßt habt.

Du kannst am Morgen mit einem großen Ziel starten und unterwegs beschließen, dass eine Bank mit Blick ins Tal für heute reicht.

Oder du sitzt nach vielen Stunden wieder vor der Tonnerhütte. Die Schuhe sind staubig, irgendwo duftet schon das Essen aus der AlmKuchl, und wenn du hinaufschaust, liegt der Zirbitzkogel noch immer dort.

Morgen könnte der Weg ein anderer sein.

Der Berg läuft nicht davon.

Und welcher Weg heute der richtige ist, darfst du entscheiden, wenn du die Wanderschuhe anziehst.

Wenn du einige Tage hier oben verbringen und direkt von der Alm loswandern möchtest, findest du bei einer unverbindlichen Anfrage Platz für deine Wünsche – alles Weitere ergibt sich oft erst, wenn du hier bist.

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