Von der Sennhütte zum AlmDorf Eine Familiengeschichte am Zirbitzkogel!

Eine der ersten Erinnerungen meiner Mutter Ludmilla  als sie 1977 auf die Tonnerhütte kam, war, dass sie in die Küche gehen und das Licht einschalten wollte. Sie griff neben die Tür – dorthin, wo sie einen Lichtschalter erwartete.

Da war keiner.

Auf der Tonnerhütte brannten damals noch Gaslampen. Für meine Mutter war das eine ihrer ersten Begegnungen mit dem Leben auf der Alm. Für die Geschichte unserer Familie war es nur eine kleine Begebenheit. Und doch erzählt sie viel davon, wie anders das Leben hier oben einmal war – und wie viel sich seither verändert hat.

Wenn du heute zu uns auf 1.600 Meter hinauffährst, kommst du auf einer Straße durch den Wald. Oben liegen die Häuser des AlmDorfs, die Wiesen und der Blick hinaus über den Naturpark Zirbitzkogel-Grebenzen. Was heute selbstverständlich scheint, ist über viele Jahrzehnte gewachsen. Jede Generation unserer Familie hat daran mitgebaut.

.

Am Anfang stand eine Sennhütte – und ein großer Traum

Die Geschichte der Tonnerhütte beginnt im Jahr 1936. Damals bauten Katharina und Florian Ferner hier oben eine Sennhütte. Für den Bau verwendeten sie Bäume, die rund um die Hütte wuchsen. So entstanden zugleich Almflächen, auf denen das Vieh weiden konnte.

Die Tonnerhütte war zunächst ein Arbeitsplatz für die Sommermonate. Dort, wo sich heute die Gaststube befindet, stand damals das Vieh im Stall. In der heutigen AlmGreisslerei gab es einen Herd und eine Schlafstätte für den Senner. Die Milch wurde auf der Alm zu Butter und Käse verarbeitet und anschließend ins Tal gebracht.

Schon damals hatte Florian Ferner eine große Vorstellung für diesen Platz: Er träumte von einem Hotel für Urlaubsgäste auf der Alm. Wer die damaligen Verhältnisse betrachtet, kann erahnen, wie weit dieser Gedanke in die Zukunft reichte. Denn eine Straße hinauf zur Hütte gab es noch nicht. Erreichbar war sie über einen Hohlweg, der auch für den Holztransport genutzt wurde. Spuren dieses alten Weges lassen sich im Wald entlang der heutigen Fahrstraße noch erkennen.

Aus Florians Idee wurde kein großes Hotel. Aber vielleicht würde er sich heute freuen zu sehen, dass Menschen hier oben tatsächlich ihren Urlaub verbringen – auf eine Weise, die zur Alm und zu ihrer Geschichte passt.

Als aus dem Stall eine Gaststube wurde

In den 1940er-Jahren bekam das Vieh ein eigenes Stallgebäude. Das Haus kennst du heute vielleicht als Zirbenhütte. In der Tonnerhütte wurde die Gaststube eingerichtet, und Tante Mitzi (Maria Ferner – eine Schwester von Florian Ferner) begann, Wanderer zu bewirten.

Der Zirbitzkogel zog schon damals Menschen an. Wer auf den Berg unterwegs war, fand bei Mitzi einen Platz zum Einkehren. Aus einem Gebäude, das für die Arbeit auf der Alm errichtet worden war, wurde nach und nach auch ein Ort für Gäste.

Die alte Verwendung ist nicht ganz verschwunden: Wenn du heute in der Gaststube sitzt oder an der Zirbenhütte vorbeigehst, haben beide Häuser schon ein langes Leben hinter sich. Sie wurden verändert und weitergenutzt – und erzählen damit jedes auf seine Weise von den Anfängen.

Ein gemeinsamer Weg auf die Alm

1954 entstand die Fahrstraße, auf der du heute zur Tonnerhütte gelangst. Ihr Bau war möglich, weil alle Grundbesitzer entlang der Zufahrt zusammenarbeiteten. Ein Weg über den Berg lässt sich schließlich nur dort bauen, wo Menschen gemeinsam eine Lösung dafür finden.

Die Straße veränderte die Verbindung zwischen Tal und Alm. Der Weg hinauf wurde leichter, und für die Tonnerhütte eröffneten sich neue Möglichkeiten. Der alte Hohlweg blieb im Wald zurück; die neue Straße führte die Menschen fortan auf einem anderen Weg zum selben Platz.

In den 1960er-Jahren kamen die ersten Sommerfrischler. Sie schliefen in einem Lager im Obergeschoss der Hütte. Es war einfach, aber gemütlich. Meine Oma Linde und mein Opa Rupert beherbergten Wanderer und später wurde die Hütte in den Wintermonaten auch an Selbstversorger vermietet.

Die Wintergäste brachten ihre Holzski mit. Damit stapften sie die Almwiesen hinauf, präparierten sich beim Aufstieg gewissermaßen ihre eigene Spur und fuhren anschließend wieder hinunter. Einige dieser alten Ski sind heute noch in der Hütte ausgestellt.

 

Die Buchung begann am Bauernhof

Wenn Gäste damals ihren Urlaub auf der Tonnerhütte planten, führte der erste Weg nicht auf eine Website. Bis zum Telefonanschluss auf der Alm im Jahr 1987 nahm meine Oma die Buchungen am Bauernhof in Jakobsberg entgegen.

Sie verschickte persönliche Grußkarten und schaltete Zeitungsinserate, um Menschen auf die Tonnerhütte aufmerksam zu machen. So entstand der Kontakt zu den Gästen lange bevor sie auf der Alm ankamen.

Heute begegnen manche dem AlmDorf zum ersten Mal über Google, andere lesen unseren Newsletter oder entdecken ein Bild auf Social Media. Die Wege haben sich verändert. Geblieben ist die Freude, wenn aus einer ersten Begegnung ein Urlaub wird – und aus Gästen Menschen werden, die immer wieder auf die Alm zurückkehren.

Gaslicht, Skilift und ein Gästehaus: Die Tonnerhütte wächst

1977 übernahmen meine Eltern Ludmilla und Reinhard die Tonnerhütte. Von da an wurde sie ganzjährig bewirtschaftet. Das Leben spielte sich für sie nun oben auf der Alm ab – zunächst eben noch im Licht der Gaslampen.

Auch der Winter bekam seinen festen Platz in der Entwicklung der Tonnerhütte. Nach einem ersten Seilzuglift entstand 1979 ein neuer Schlepplift. Im Jahr darauf wurde das Gästehaus gebaut. Es bot Platz für Urlaubsgäste und brachte einen Komfort auf den Berg, der für die damalige Zeit keineswegs selbstverständlich war: Einige Zimmer hatten bereits eine eigene Dusche und ein WC. Auch eine holzbeheizte finnische Sauna gab es schon.

Wer meine Eltern kennt, weiß, dass mit einer fertigen Baustelle die Ideen für die nächste nicht unbedingt aufhören. In den folgenden Jahren wurde renoviert, erweitert und an vielen Stellen weitergebaut. Ein Wasserkraftwerk entstand, ebenso eine Beschneiungsanlage. Die Tonnerhütte wurde 1993 renoviert und vergrößert; dabei achteten meine Eltern besonders darauf, ihren Hüttencharakter zu erhalten.

1996 kam der Naturbadeteich dazu. Später wurden die Zimmer umgestaltet, und die Wellnessanlage wuchs. Im Jahr 2003 folgten unter anderem das Brechlbad und das Holzschaffelbad; 2011 entstand die Zirben-Panorama-Sauna.

Heute gehört die AlmWellness Anlage für viele Gäste ganz selbstverständlich zum Urlaub bei uns. Wenn du nach einem Tag draußen dort sitzt und den Duft der Zirbe wahrnimmst, steckt dahinter auch die Arbeit vieler Hände und die Vorstellung meiner Eltern davon, was sie ihren Gästen hier oben schenken wollten.

Eine Kindheit zwischen AlmWiesen und Gästen

Für mich war die Tonnerhütte nicht nur der Betrieb meiner Eltern. Sie war mein Zuhause und der Ort meiner Kindheit. Während Gäste zum Urlaub auf die Alm kamen, war die Natur rundherum für mich der Platz zum Spielen und Aufwachsen.

Draußen gab es immer etwas zu entdecken: Wiesen, Wald, Tiere und Wege, die sich mit den Jahreszeiten veränderten. Im Sommer summte es auf der Alm, im Winter lag Schnee vor der Haustür. Vieles, was ich damals als Kind einfach erlebt habe, ist heute Teil dessen, was ich auch unseren Gästen und ihren Kindern ermöglichen möchte.

2019 habe ich das AlmDorf von meinen Eltern übernommen. Damit begann für mich ein neues Kapitel – mit vielen Entscheidungen, Verantwortung und der Frage, wie sich dieser besondere Ort weiterentwickeln darf.

Im Jahr 2020 wurden die Zimmer im Gästehaus in zwei Bauabschnitten zu acht Appartements mit Wohnküchen umgebaut. Gleichzeitig entstand die AlmGreisslerei. Die Gäste bekamen damit mehr Raum für ihren eigenen Urlaubstag: für ein gemeinsames Frühstück, ein selbst gekochtes Abendessen oder einfach dafür, nach einem Ausflug wieder in Ruhe anzukommen.

Auch die Almhütten erzählen jede ihre eigene Geschichte. Die Zirbenhütte war einst das Stallgebäude. Die Waldhütte Seinerzeit kam später dazu und ermöglicht heute eine besonders ursprüngliche Form des Hüttenurlaubs.

Was bleibt wenn sich vieles verändert?

Manchmal denke ich daran, welche Wege die Menschen gegangen sind, die vor mir die Tonnerhütte geführt und geprägt haben – welche Herausforderungen sie gemeistert, welche Entscheidungen sie gewagt und welche Träume sie dabei begleitet haben. Florian kam mit seiner Vision. Tante Mitzi begann, Wanderer zu bewirten. Meine Oma beherbergte als Erste Sommerfrischler und nahm am Bauernhof die Buchungen entgegen. Meine Eltern machten die Tonnerhütte zu ihrem Zuhause und in unzähligen Bauschritten über Jahrzehnte zu dem, was sie heute ist. Ich durfte hier aufwachsen und führe das AlmDorf in die Zukunft.

Und du? Vielleicht bist du gerade zum ersten Mal auf unsere Geschichte gestoßen. Vielleicht kennst du die Tonnerhütte noch aus einer Zeit, in der in der Gaststube andere Menschen hinter der Theke standen oder das Gästehaus noch Zimmer statt Appartements hatte.

Wenn du das nächste Mal auf der Straße durch den Wald zu uns herauffährst, denk vielleicht einen Augenblick an den alten Hohlweg, der irgendwo zwischen den Bäumen verläuft. Oben angekommen wartet noch immer dieselbe Alm – mit ihrer langen Geschichte und mit Platz für neue Erinnerungen.

Wenn du selbst ein paar Tage bei uns verbringen möchtest, freue ich mich über Deine Anfrage.

Katharina

Urlaub anfragen:

Anfrage aus dem Blog

Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.